Sohn verklagt Mutter

Sie sollte Schadensfreiheitsrabatt der Kfz-Versicherung auf ihn übertragen

onlineurteile.de - Im Jahr 1993 kaufte ein Mann einen Wagen, der auf den Namen seiner Mutter zugelassen wurde. Grund dafür war ihr hoher Schadensfreiheitsrabatt von 35 Prozent. Etliche Jahre später - die Mutter hatte mittlerweile kein eigenes Auto mehr - fiel dem Sohn ein, nun gebühre der Schadensfreiheitsrabatt eigentlich ihm. Er verlangte von der Mutter, ihm den Rabatt zu übertragen und überzog sie sogar mit einer entsprechenden Klage.

Das Landgericht Hechingen ließ den Mann allerdings abblitzen (3 S 61/02). Die Mutter habe ihm 1993 ihren Schadensfreiheitsrabatt überlassen, weil sie die Vergünstigung nicht mehr selbst nutzte. Seither fahre sie kein eigenes Auto mehr. Andernfalls wäre also der Rabatt verfallen. Deshalb stehe aber der "Vermögensvorteil" durch den Rabatt noch lange nicht dem Sohn zu. Schließlich habe ihn die Mutter durch lange Jahre unfallfreies Fahren und hohe Versicherungsbeiträge "erwirtschaftet". Und profitiert habe der Sohn auch so schon: Um bei einer eigenen Versicherung einen vergleichbaren Rabatt zu erhalten, hätte er in den vergangenen Jahren deutlich höhere Beiträge zahlen müssen.