Sparguthaben für die Enkel angelegt ...

... und dann das Geld behalten: Wem gehört das Guthaben?

onlineurteile.de - 1985 legten Eltern für ihre zwei kleinen Kinder auf deren Namen Sparbücher an. Der Großvater väterlicherseits überwies auf diese Sparkonten jeweils 50.000 DM, die Eltern stellten ihm für die Konten eine Vollmacht aus. Damit war er ermächtigt, über die Sparguthaben zu verfügen. Auch die beiden Sparbücher behielt der Großvater. Ende 1989 löste er die Sparkonten auf und behielt das Geld. Erst elf Jahre später erfuhren die Kinder von den Sparbüchern. Sie widerriefen die Vollmacht für den Großvater und klagten das Geld ein.

Doch beim Bundesgerichtshof war für die Enkel nichts zu holen (X ZR 264/02). Der Großvater habe über die Konten verfügen dürfen. Er habe den Enkeln für den Fall seines Todes etwas zuwenden wollen, aber dennoch die Sparbücher behalten und sich eine Vollmacht erteilen lassen. Die Enkel sollten also beim Tod des Großvaters Inhaber der Sparguthaben werden - aber nur, sofern er nicht vorher anders verfügte. Wenn ein naher Angehöriger Guthaben auf den Namen eines Kindes anlege, ohne das Sparbuch aus der Hand zu geben, sei aus diesem Verhalten zu schließen, dass der Schenker sich die Verfügung über das Guthaben bis zum Tode vorbehalten wolle.