Steuerabzug für "doppelte Haushaltsführung" ...

... setzt einen "eigenen Hausstand" außerhalb des Arbeitsortes voraus

onlineurteile.de - Steuerzahler können Mehraufwendungen für eine aus beruflichen Gründen notwendige doppelte Haushaltsführung vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Das setzt voraus, dass der Steuerzahler außerhalb seines Hauptwohnsitzes beschäftigt ist und dort, wo er beschäftigt ist, eine Wohnung unterhält.

Nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln genügt es aber nicht, zwei Wohnungen zu haben (10 K 1188/07). Nur wenn der Steuerpflichtige außerhalb des Arbeitsorts einen eigenen Hausstand behalte, der seinen Lebensmittelpunkt darstelle, sei dies als doppelte Haushaltsführung einzustufen.

Im konkreten Fall hatte ein leitender Angestellter eine Wohnung seines Arbeitgebers in der Stadt N angemietet. Gemeldet waren er und seine Ehefrau in P, wo das Paar ein eigenes Haus besaß. 2001 nahm der Mann ein Stellenangebot in der Stadt L an. Für die Jahre 2002 und 2003 wollte er die Miete für die Wohnung in N von der Steuer absetzen. Begründung: Dort habe er seit 1999 seinen Lebensmittelpunkt und unterhalte aus Jobgründen in L eine Zweitwohnung. Das Finanzamt lehnte den Steuerabzug ab und bekam vom Finanzgericht Köln Recht.

Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Steuerzahler in den fraglichen Jahren einen Familienwohnsitz in der Stadt N unterhalten habe, so das Gericht. Er und seine (mittlerweile geschiedene) Ehefrau hätten in diversen Verfahren zu diesem Thema widersprüchliche Angaben gemacht. So habe seine Ex-Frau im Scheidungsprozess ausgesagt, sie lebe schon seit 2000 in einer eigenen Wohnung in der Stadt K. Der Steuerzahler selbst habe noch 2003 in einem anderen Steuerverfahren erklärt, sein Lebensmittelpunkt sei immer in P gewesen, weil dort die Eltern in der Nähe wohnten.

Dass der Angestellte seinen Lebensmittelpunkt in der Stadt N hatte, werde zudem durch seine eigenen Reisekostenabrechnungen widerlegt. Offenbar habe er sich 2002 und 2003 nur noch sporadisch tageweise zu beruflichen Zwecken in N aufgehalten. Gemeldet sei er dort auch nicht. Eine Wohnung, die nur gelegentlich aufgesucht werde, stelle jedoch keinen "Haupthausstand" (im Unterschied zur Zweitwohnung am Beschäftigungsort L) dar. Von doppelter Haushaltsführung könne daher keine Rede sein.