Steuerabzug für Fahrt- und Übernachtungskosten

Bundesfinanzhof ändert Rechtsprechung in Bezug auf ständig wechselnde Auswärtstätigkeit

onlineurteile.de - Ein Bauarbeiter wurde von seinem Arbeitgeber auf verschiedenen Baustellen eingesetzt. Zwei Orte - 96 km bzw. 420 km von seinem Wohnort entfernt - fuhr er mit dem eigenen Wagen an. Während der Arbeitswoche war er mit Kollegen in einer Pension oder in einem Bauwagen untergebracht. In der Einkommensteuererklärung machte er Fahrtkosten für mehrere Heimfahrten und Mehraufwand für Verpflegung geltend. Das Finanzamt erkannte nur Kilometer-Pauschalbeträge an; gegen diese Entscheidung klagte der Arbeitnehmer.

Fahrten mit dem eigenen Wagen zu auswärtigen Baustellen seien in der tatsächlich angefallenen Höhe als Werbungskosten abzuziehen, urteilte der Bundesfinanzhof (VI R 7/02). Gleichzeitig sei der Mehraufwand für Unterkunft und Verpflegung (letzteres nur für die ersten drei Monate eines jeden Auswärtseinsatzes) in vollem Umfang zu berücksichtigen.

Damit änderte das höchste deutsche Finanzgericht seine Rechtsprechung: War ein Steuerpflichtiger beruflich an ständig wechselnden Orten tätig, konnte er bisher entweder die tatsächlichen Fahrtkosten ansetzen oder eine Familienheimfahrt pro Woche plus den Mehraufwand für Unterkunft und Verpflegung. Die Änderung begründete der Bundesfinanzhof damit, dass der Steuerpflichtige im Interesse des Arbeitgebers beweglich bleiben müsse. Außerdem habe der Arbeitnehmer bei ständig wechselnden Strecken zwischen Wohnung, Unterkunft und Einsatzort kaum Möglichkeiten, die Fahrtkosten gering zu halten.