Steuerabzug wegen doppelter Haushaltsführung ...

... ist unter bestimmten Voraussetzungen auch für nichteheliche Lebensgemeinschaften möglich

onlineurteile.de - Arbeitet ein verheirateter Steuerzahler aus beruflichen Gründen auswärts, muss dort eine Wohnung mieten und behält zugleich seine Ehewohnung am Wohnort bei, können die Mehrkosten für doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten von der Steuer abgezogen werden. Eine "beruflich veranlasste" doppelte Haushaltsführung wird auch dann anerkannt, wenn Partner zum Zeitpunkt der Heirat an verschiedenen Orten arbeiten und wohnen, dann jedoch (anlässlich der Heirat) eine der beiden Wohnungen (oder eine neue Wohnung an einem dritten Ort) als Ehewohnung wählen.

Gemäß herrschender Rechtsprechung wurde bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften eine doppelte Haushaltsführung steuerlich nicht berücksichtigt. Doch der Bundesfinanzhof hat das Prinzip jetzt ein wenig gelockert: Die Gründung eines doppelten Haushalts durch unverheiratete Partner könne als "beruflich veranlasst" bewertet werden, wenn die Partner vor der Geburt eines gemeinsamen Kindes an verschiedenen Orten berufstätig seien, dort wohnten und aus Anlass der Geburt eine der beiden Wohnungen als Familienwohnung wählten (VI R 31/05).

Der Steuerzahler, der im konkreten Fall verlangt hatte, die Ausgaben für seine Zweitwohnung am Arbeitsort müssten steuermindernd berücksichtigt werden, genügte diesen Kriterien allerdings nicht. Seine Klage gegen den Steuerbescheid wurde abgewiesen, weil der Mann seinen Wohnsitz erst zwei Jahre nach der Geburt des gemeinsamen Kindes an den Wohnort der Partnerin verlegt hatte.