Steuerermäßigung für "haushaltsnahe Dienstleistungen" ...

... gilt für Wohnungseigentümer auch dann, wenn der Verwalter diese in Auftrag gegeben hat

onlineurteile.de - Ein Ehepaar besaß eine Eigentumswohnung und bewohnte diese selbst. Bei der Einkommensteuererklärung beanspruchten die zusammen veranlagten Eheleute Steuerermäßigung für Kosten der Hausreinigung und Gartenpflege. Die Steuerermäßigung für so genannte "haushaltsnahe Dienstleistungen" wurde im Herbst 2004 vom Gesetzgeber eingeführt (§ 35 a Einkommensteuergesetz).

Der Antrag des Ehepaars wurde mit der Begründung abgelehnt, es habe den Gärtner usw. gar nicht selbst beauftragt. Auftraggeber der Dienstleistungen sei vielmehr die Eigentümergemeinschaft gewesen. Die Klage der Steuerzahler gegen den Steuerbescheid hatte beim Finanzgericht Baden-Württemberg Erfolg (13 K 262/04).

Der Gesetzgeber habe mit der Steuerermäßigung die Schwarzarbeit in privaten Haushalten eindämmen wollen, so das Gericht. Der Steuerpflichtige müsse den Auftrag für die Dienstleistung nicht selbst erteilen bzw. den Vertrag mit dem Beschäftigten nicht selbst schließen. Für die Steuerermäßigung gelte nur eine Bedingung: Die Ausgaben müssten - durch Vorlage einer Rechnung oder eines Kontoauszugs - belegt werden. Wenn die Abrechnung des Hausverwalters zweifelsfrei ergebe, welchen Kostenanteil das Ehepaar für die Dienstleistungen zu tragen hatte, sei gegen die Steuerermäßigung nichts einzuwenden.