Stinkender Passagier darf nicht mitfliegen

Dieses Problem hätte man anders lösen können: Fluggesellschaft muss Schadenersatz zahlen

onlineurteile.de - Nach dem Urlaub trat der Mann den Rückflug an. Zumindest hatte er das vor. Als er an Bord des Flugzeugs gehen wollte, wies man den Passagier jedoch "wegen seines penetranten Geruchs" zurück. Das sei für die anderen Fluggäste unzumutbar, erklärte die Stewardess. Der Urlauber konnte erst am nächsten Tag zurückfliegen und musste am Urlaubsort noch einmal übernachten. Vermutlich hat er im Hotel auch geduscht.

Schön und gut, er habe geschwitzt, meinte der Mann. Aber so könne eine Fluggesellschaft doch nicht mit Passagieren umspringen. Er verklagte das Unternehmen auf Schadenersatz und holte beim Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf immerhin die Übernachtungskosten wieder herein (18 U 110/06). Es sei durchaus denkbar, so das OLG, dass ein Fluggast so stinke, dass es für die Mitreisenden unerträglich sei. Doch das sei kein Grund, den Mann vom Transport auszuschließen.

Wenn der Geruch wirklich so penetrant gewesen sei, müsste er schon beim Einchecken des Fluggastes aufgefallen sein. Dann hätte der Stationsmanager den Mann darauf aufmerksam machen können. Zu diesem Zeitpunkt habe der Passagier seinen Koffer noch bei sich getragen und hätte sich ohne weiteres auf der Toilette frisch machen und ein anderes Hemd anziehen können. Man habe dem Fluggast also ziemlich leichtfertig die Beförderung verweigert. Deshalb schulde ihm die Fluggesellschaft Schadenersatz für die Mehrausgaben.