Straßenbahn behindert - Auto abgeschleppt

Die Markierung einer Parkfläche ist die äußerste Grenze ...

onlineurteile.de - Die Fahrerin hatte es eilig und parkte deshalb etwas schlampig ein. Dennoch hätte sie nicht im Traum daran gedacht, dass man ihren Wagen abschleppen würde. So geschah es aber, denn durch die enge Straße fuhr eine Trambahn und die konnte nur mit viel Mühe - und Einweisung von außen - den geparkten Wagen passieren.

Die Polizei schoss vor dem Abschleppen ein paar Fotos, um zu dokumentieren, dass der Wagen auf der Markierung der Parkfläche stand und nicht innerhalb. Die Beamten ahnten bereits, dass die Autobesitzerin die 151 Euro Abschleppgebühr nicht freiwillig berappen würde. So war es denn auch: Die Frau legte Widerspruch ein, denn ihrer Meinung nach hatte sie korrekt geparkt.

Dem Widerspruch war beim Verwaltungsgericht Berlin kein Erfolg beschieden (VG 11 A 884/06). Parken auf oder außerhalb der Linie sei zwar für sich genommen kein Parkverstoß, erklärten die Richter. Wenn aber der Verkehr behindert werde, dürfe das Fahrzeug abgeschleppt werden - zu Lasten des Fahrers. Die Markierung sei als äußerste Grenze anzusehen.

In der fraglichen Straße solle die Parklinie dafür sorgen, dass parkende Autos nicht den Straßenbahnverkehr aufhalten oder zur Schleichfahrt zwingen. Die Fahrerin hätte sich etwas mehr Mühe beim Einparken geben müssen. Wie die Fotos der Polizei zeigten, sei zwischen Auto und Bordstein ein Abstand von ca. 25 Zentimetern gewesen. Genau diesen Abstand hätte die Straßenbahn gebraucht.