Streit um Ausbildungsunterhalt

Studentin muss Scheine vorzeigen und Zwischenprüfungen belegen

onlineurteile.de - Im fünften Jahr (9. Semester) studierte die Tochter nun schon Sozialpädagogik. Die Eltern hatten den Verdacht, dass sie es überhaupt nicht darauf anlegte, ihre Ausbildung bald abzuschließen. Sie forderten von der Studentin, wenigstens zu belegen, dass sie die Vordiplomprüfung bestanden hatte. Fehlanzeige! Schließlich stellten die Eltern die Unterhaltszahlungen ein und ließen es auf einen Rechtsstreit mit der Tochter ankommen.

Das Oberlandesgericht Hamm wies deren Klage auf Ausbildungsunterhalt ab (11 WF 146/03). Nach neun Semestern habe die Studentin nur das Bestehen einer mündlichen Prüfung im sechsten Semester nachweisen können. Das spreche nicht gerade dafür, dass sie ihr Studium konsequent und zielstrebig durchführe. Zwar behaupte die Studentin, sie sei lange krank gewesen. Doch das entkräfte den Vorwurf nicht: Auch dann müssten Scheine und Nachweise für abgelegte Zwischenprüfungen aus den letzten vier Jahren existieren. Wenn ein studierendes Kind keine aussagekräftigen Belege über den Gang des Studiums vorlegen könne, habe es keinen Anspruch auf Ausbildungsunterhalt.