Strichcode von Waren manipuliert

Wer so im Supermarkt eine Selbstbedienungskasse überlistet, macht sich des Diebstahls schuldig

onlineurteile.de - In einem Supermarkt erstand ein Kunde mit folgendem Trick zwei Zeitschriften billiger: Er riss aus der "WAZ" den Strichcode für den Preis heraus (1,20 Euro) und zahlte damit an der Selbstbedienungskasse die Zeitschrift "Playboy". Die ist mit einem Preis von 5 Euro wesentlich teurer als die "WAZ". Wegen des ausgewechselten Strichcodes musste der Mann an der Kasse jedoch nur 1,20 Euro zahlen. Auf die gleiche Weise ergatterte er die Zeitschrift "Stern" für 1,20 Euro. Sie kostet tatsächlich 3,40 Euro.

Dem Hausdetektiv fiel die Manipulation auf und der preisbewusste Kunde landete vor Gericht. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 Euro, die vom Oberlandesgericht (OLG) Hamm bestätigt wurde (5 RVs 56/13). Auch wenn es nur um Lappalien gehe, handle es sich hier um strafbaren Diebstahl, so das OLG. Eine Geldstrafe in dieser Höhe sei angemessen.

Der Angeklagte habe den Strichcode einer billigeren Zeitung und damit falsche Preise eingescannt. Mit dem ausgewechselten Strichcode habe er das Lesegerät der Selbstbedienungskasse "täuschen" können. Doch der Geschäftsinhaber habe die Zeitschriften nicht zu dem von ihm eingescannten Preis verkaufen wollen. Indem er einen zu niedrigen Preis zahlte, habe sich der Angeklagte fremde Sachen rechtswidrig angeeignet.