Stromleitung beschädigt und Elektronik mattgesetzt

... doch niemand haftet für den Schaden

onlineurteile.de - Ein gewerbsmäßiger Veranstalter von "Events" vermietete einem Gastwirt ein Festzelt für ein Bürgerfest. Per Vertrag übernahm der Verleiher auch den Aufbau des Zelts und gab den Auftrag an eine erfahrene Subunternehmerin weiter. Beim Aufbau kam es dann zu einer größeren Panne: Mit einem langen Erdnagel beschädigte ein Mitarbeiter eine Stromleitung des örtlichen Energieversorgers. Das löste eine Überspannung im Netz aus, die die elektronische Steuereinrichtung eines Tiefbrunnens außer Gefecht setzte. Der Schaden am Brunnen belief sich auf 7.608 Euro - auf dem der Eigentümer schließlich sitzen blieb.

Für Schadenersatz gebe es hier keine Rechtsgrundlage, entschied das Oberlandesgericht Nürnberg, und wies die Klage gegen den Zeltevermieter ab (4 U 2129/03). Zwischen dem Zeltevermieter und dem Besitzer des Tiefbrunnens bestehe keinerlei Vertragsbeziehung - und der Mietvertrag zwischen Zeltevermieter und Gastwirt schütze keine unbeteiligten Dritten. (Dies wäre nur ausnahmsweise der Fall, wenn der Gastwirt in irgendeiner Weise für den Geschädigten verantwortlich wäre.)

Der Eventveranstalter sei für die Panne nicht verantwortlich. Da die

Subunternehmerin seit vielen Jahren (unbeanstandet) Festzelte vermiete und aufstelle, sei das Risiko durch die Weitergabe des Auftrags nicht erhöht worden. Durch mangelhafte Arbeit und/oder Sicherungsmaßnahmen in der Nähe von Stromleitungen könnten alle möglichen Personen geschädigt werden, Hauseigentümer, Mieter, Gewerbetreibende. Naturgemäß sei bei Schäden an Stromkabeln eine unbestimmte Zahl von Stromabnehmern betroffen. Man könne den Vertragsschutz jedoch nicht auf einen unbegrenzten Personenkreis erstrecken.