Sturmschaden schleunigst behoben

Firma hätte vorher die Versicherung informieren müssen

onlineurteile.de - Es war eine stürmische Oktobernacht im Münsterland, ein richtiger Orkan tobte um die Häuser. Am nächsten Morgen sahen sich die Angestellten eines größeren Unternehmens den Schaden an: Das Rolltor der Kfz-Halle war zerschmettert. Da es weiter in Strömen regnete, musste schnell etwas passieren. Also ließ man die Handwerker anrücken, die erst einmal das alte Tor wegschafften oder vielmehr das, was davon übrig war. Zwei Tage später wurde dann das neue Tor montiert.

Doch das Durchatmen war für den Chef nur von kurzer Dauer. Denn seine "Gebäude-Vielschutz-Versicherung" lehnte es ab, die Kosten von fast 7.000 Euro zu übernehmen: Der Versicherungsnehmer hätte sie benachrichtigen müssen, bevor die Handwerker "alle Spuren verwischten". Jetzt könne man nicht mehr beurteilen, ob überhaupt ein Schaden vorgelegen habe. So sah es auch das Oberlandesgericht Hamm und wies die Zahlungsklage des Versicherungsnehmers ab (20 U 88/04).

Der Firmenchef habe es der Versicherung unmöglich gemacht, den Schaden einzuschätzen. Letztlich sei der Sturmschaden erst nach drei Tagen endgültig behoben worden. Vorher wäre genug Zeit gewesen, den Versicherer anzurufen. Dann hätte der Versicherer Mitarbeiter vorbeigeschickt, um sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen. Fotos des Versicherungsnehmers und Zeugenaussagen der Angestellten könnten das Urteil von Versicherungsexperten nicht ersetzen.