"Switch & Profit"

Rufumleitung der Deutschen Telekom ist wettbewerbswidrig

onlineurteile.de - Mobilfunkanbieter E-Plus verklagte die Deutsche Telekom auf Unterlassung ihres Angebots "Switch & Profit". Festnetzkunden, die zugleich ein Handy beliebiger Anbieter benutzen, bot die Telekom unter diesem Titel eine Rufumleitung an: Wurde das Mobiltelefon von einem Festnetzanschluss der Telekom aus angerufen, wurde das Gespräch auf den Festnetzanschluss des angerufenen Kunden umgeleitet.

Der Kunde erhielt für solche Anrufe eine Gutschrift. Dem Anrufer berechnete die Telekom ihr übliches Entgelt für Anrufe aus ihrem Festnetz in ein Mobil-funknetz. Sich selbst ersparte die Telekom durch die Rufumleitung das so genannte "Zusammenschlussentgelt", das sie bei Gesprächen aus dem Festnetz in ein Mobilfunknetz an den jeweiligen Mobilfunkanbieter zahlen muss.

Der Bundesgerichtshof erklärte diese Praxis für wettbewerbswidrig (I ZR 150/07). Damit schädige die Telekom gezielt konkurrierende Telefongesellschaften. Sie nutze mit der Rufumleitung die Leistung der Mobilfunkanbieter - die das Mobilfunknetz unterhalten, ohne das der Kunde nicht per Handy erreichbar wäre. Die für das Gespräch ins Mobilfunknetz anfallenden Gebühren vereinnahme die Telekom jedoch, enthalte sie dem Mobilfunkanbieter vor und behindere so die Konkurrenz bei ihrem Geschäft.