Termin beim Masseur versäumt

Patientin muss belegen, dass sie nicht kommen konnte - oder zahlen

onlineurteile.de - Der Patientin waren vom Arzt zehn Massagen verschrieben worden. Neun Termine nahm sie in einer Massagepraxis wahr. Zum letzten der vereinbarten Termine erschien die Frau nicht. Als anschließend der Inhaber der Massagepraxis zehn Termine berechnete, weigerte sich die Patientin zu zahlen und verlangte eine Rechnung über neun Behandlungen. Der Inhaber der Praxis forderte den vollen Betrag: Schließlich habe die Patientin den Termin versäumt.

Daran sei sie schuldlos, konterte die Frau. Sie habe am Sonntag, einen Tag vor dem Termin, einen Migräneanfall gehabt und das Bett hüten müssen. Sofort habe sie versucht abzusagen. Doch in der Praxis sei nur der Anrufbeantworter "dran" gewesen. Und als sie am Montag kurz vor dem Termin anrief, habe der Masseur erklärt, nun sei es zu spät, den Termin zu verlegen. Dabei sei die Zeit für ihn doch nicht verloren, er hätte in der Praxis auch andere Arbeiten erledigen können.

Das Amtsgericht München entschied den Streit zu Gunsten des Masseurs (163 C 33450/08). Hier handle es sich um einen Dienstvertrag: Wer Dienste vereinbare, müsse sie auch in Anspruch nehmen oder die Vergütung bezahlen. Das wäre der Patientin nur erspart geblieben, wenn sie belegt hätte, dass sie tatsächlich nicht kommen konnte. Zum Beispiel durch ein ärztliches Attest. Ihr Wort allein genüge dafür nicht.