Terrassentür offen - Auto geklaut

Diebstahlversicherung will nicht zahlen

onlineurteile.de - Es war eine warme Juli-Nacht, als sich in Meran ein Langfinger mit offensichtlich guter Spürnase ans Werk machte. Er schlich durch die offen stehende Terrassentür in eine Erdgeschoss-Wohnung. Dort stahl er Autoschlüssel aus einer Hose des Bewohners, die im Ankleideraum neben dem Schlafzimmer abgelegt war. Anschließend suchte der Dieb mit dem zugehörigen VW Touareg das Weite, der vor dem Haus stand. Der Besitzer der Ferienwohnung in Meran hatte den Geländewagen gemietet.

Für den Verlust des Fahrzeugs wollte die Autovermieterin von der Versicherung entschädigt werden. Beim Oberlandesgericht München scheiterte ihre Klage (7 U 4196/05). Für einen grob fahrlässig herbeigeführten Versicherungsfall müsse nicht der Versicherer geradestehen, erklärten die Richter. Da müsse sich die Vermieterin schon an ihren Kunden halten, der seine Sorgfaltspflichten aufs Gröbste verletzte. Denn wer in der Nacht eine Terrassentür offen lasse, missachte die simpelsten Überlegungen und Sicherungsmaßnahmen zum Schutz seines Eigentums. Zumindest hätte der leichtsinnige Mieter die Fahrzeugschlüssel wegsperren müssen.

Der Hinweis der Klägerin auf die besonderen örtlichen Gegebenheiten - ruhige Privatstraße in gediegener Gegend - ändere daran nichts, im Gegenteil. Die Lage des Hauses erhöhe eher noch das Diebstahlsrisiko, weil der Einbrecher so nicht das Risiko eingehe, durch Passanten von der Straße aus beobachtet zu werden.