Terrorangst ist nicht versichert ...

Flugreise nach Kalifornien aus Angst vor Terroranschlägen sausen lassen

onlineurteile.de - Ende September 2001 wollte ein Ehepaar nach Kalifornien fliegen und dort Urlaub machen. Der Ehemann buchte die Reise einige Wochen zuvor in einem Reisebüro und schloss gleichzeitig eine Reiserücktrittskostenversicherung ab. Schon vor der Buchung litt er an Vorhofflimmern (eine koronare Herzerkrankung) und hohem Blutdruck, doch sein Arzt erhob gegen die Reise keine Bedenken. Nach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 bekam der Mann allerdings ein Herzflattern anderer Art: Panische Angst habe ihn erfasst, so erklärte er später gegenüber der Versicherung. Das habe seine Herzbeschwerden so verschlimmert, dass er nicht mehr habe fliegen können.

Angst vor Terroranschlägen sei nicht versichert, urteilte das Amtsgericht Nordhorn und stellte sich damit auf die Seite der Versicherung, die sich geweigert hatte zu zahlen (3 C 901/02). Könne der Versicherte wegen einer unerwarteten, plötzlich eingetretenen schweren Erkrankung nicht verreisen, müsse die Reiserücktrittskostenversicherung einspringen. So liege der Fall hier aber nicht: Nach den Anschlägen vom 11.9.2001 habe sich der Urlauber davor gefürchtet, in die USA zu fliegen. Schon möglich, räumte der Amtsrichter ein, dass seine Angst das Herz noch mehr in Mitleidenschaft zog. Eine plötzliche und unerwartete Erkrankung im Sinne der Versicherungsbedingungen sei das jedoch nicht.