Teure Krankheit Zöliakie

Steuerzahlerin kann die Diätkosten nicht von der Steuer absetzen

onlineurteile.de - Eine Frau litt unter Zöliakie (das ist eine Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die dazu führt, dass der Patient das in vielen Getreidearten enthaltene Klebeprotein Gluten nicht verträgt). Für die deshalb nötige Diät musste sie viel Geld ausgeben. Die Steuerzahlerin wollte bei ihrer Einkommensteuererklärung für 1996 diese Mehraufwendungen (3.192 DM, also 266 DM pro Monat) als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Das Finanzamt lehnte es jedoch ab, die Diätkosten steuerlich zu berücksichtigen.

Auch die Klage der kranken Frau gegen den Steuerbescheid blieb beim Bundesfinanzhof erfolglos (III R 48/04). Nur unmittelbare Krankheitskosten wie Arzneimittel seien als außergewöhnliche Belastung anerkannt und dürften vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden, erklärten die Finanzrichter. Ausgaben für Nahrungsmittel zählten nicht dazu. Dieser Grundsatz gelte ohne Ausnahme - also sogar für Sonderdiäten, die, wie im konkreten Fall, weitgehend eine Behandlung mit Medikamenten ersetzten.