Teurer Austritt aus dem Golfclub

Verein darf Rückzahlung des Aufnahmebeitrags an Bedingungen knüpfen

onlineurteile.de - Ein Mitglied wollte aus dem Golfclub austreten. Als er dem Verein beitrat, hatte der Mann einen hohen Aufnahmebeitrag gezahlt. Laut Satzung des Vereins erhielten die Mitglieder beim Austritt nur 80 Prozent dieser Summe zurück. Und auch das nur, wenn das ausscheidende Mitglied "Ersatz" warb, also ein neues Mitglied. Oder wenn der Golfclub die Höchstmitgliederzahl von 2.100 Mitgliedern erreicht hätte. Der austrittswillige Spieler forderte seinen Aufnahmebeitrag zurück und focht die Satzung an. Die einschlägigen Klauseln erschwerten den Mitgliedern in unzulässiger Weise den Austritt aus dem Verein, meinte er.

Beim Oberlandesgericht Brandenburg hatte der Golfspieler keinen Erfolg (6 U 72/04). Der Verein habe nur 350 Mitglieder, trotzdem sei es zulässig, eine Höchstmitgliederzahl von 2.100 festzulegen. Wer den hohen Aufnahmebeitrag zahlen könne, ohne sich für die Rückzahlungsmodalitäten zu interessieren; wer diesen Betrag dem Verein über Jahre zinslos mit der Aussicht überlasse, davon höchstens 80 Prozent zurückzubekommen, der werde durch die einschlägige Klausel nicht am Austritt aus dem Verein gehindert.

Werbe ein Mitglied ein neues Mitglied, habe es zudem eine reelle Chance, den Aufnahmebeitrag zurückzuerhalten. Schließlich sei der Golfspieler selbst auf diese Weise Vereinsmitglied geworden. Dass es im Umland dauerhaft unmöglich sein sollte, neue Vereinsmitglieder zu werben, sei nicht anzunehmen.