Tiefgaragentor demoliert Mercedes

Durch zügiges Ausfahren ist so ein Unfall vermeidbar - kein Schadenersatz

onlineurteile.de - Ein Münchner hatte in der Tiefgarage einer benachbarten Wohnanlage einen Stellplatz für seinen Mercedes gemietet. Eines Tages wollte er mit dem Wagen wegfahren und betätigte den "Drücker", der den Öffnungsmechanismus des Garagentors per Funksignal auslöst. Danach startete er aber nicht, sondern lud erst einmal einige Sachen in das Auto ein. Anschließend fuhr er die Rampe hoch. Direkt vor dem Garagentor musste er stehen bleiben, weil draußen ein Lastwagen die Ausfahrt versperrte. Da hupte der Mann und der Lkw entfernte sich nach etwa einer halben Minute.

Dennoch schaffte es der Autofahrer nicht mehr nach draußen: In dem Moment, als er das Tor passierte, senkte es sich und gleichzeitig leuchtete das Rotlicht auf. Das Dach des Wagens wurde vom Garagentor ziemlich demoliert, es entstand ein Schaden von 1.776 Euro. Vom Verwalter der Wohnanlage und von der Haftpflichtversicherung der Eigentümergemeinschaft forderte der Mercedesbesitzer Ersatz: So ein Tor müsste mit einer Lichtschranke gesichert werden, meinte er. Es könne ja wohl nicht angehen, dass ein Garagentor nach zwei Minuten automatisch schließe - ohne Rücksicht darauf, ob sich ein Auto oder eine Person darunter befinde. Mit dieser Argumentation konnte der Mann beim Amtsgericht München allerdings nicht punkten (244 C 39497/04).

Eine Lichtschranke sei unnötig, fand die Amtsrichterin. Tore, die sich auf Knopfdruck automatisch öffneten, senkten sich nach einem gewissen Zeitraum von selbst wieder. Das sei allgemein bekannt. Zwei Minuten reichten auch für langsame Autofahrer aus, um gefahrlos das Tor zu passieren. Wenn sich der Mercedesbesitzer vernünftig verhalten hätte und nach dem Öffnen zur Ausfahrt gefahren wäre, hätte es kein Problem gegeben. Dann hätte er Zeit genug gehabt, angesichts des Lasters rückwärts zu fahren oder rechtzeitig den Nothalt-Knopf an der Wand zu drücken, der den Schließvorgang abbreche.