Tod nach dem Saunabesuch

Seniorin erlitt Schwächeanfall und wurde zu spät entdeckt: Haftet der Saunabetreiber?

onlineurteile.de - Die 75-Jährige hatte die Sauna des Ortes regelmäßig besucht. Im März 2011wurde dennoch das Schwitzen zu anstrengend für sie. In der 90 Grad Celsius heißen Saunakabine erlitt sie einen Schwächeanfall und wurde ohnmächtig. Lange lag die Seniorin da, bis sie entdeckt wurde, etwa eineinhalb Stunden. Sie zog sich Verbrennungen dritten Grades zu, an denen sie später starb.

Ihre Kinder machten dafür den Betreiber der Sauna verantwortlich und verlangten Schmerzensgeld: Wenn er seinen Betrieb richtig organisiert hätte, würde das Personal alle 30 Minuten die Kabinen kontrollieren und nach dem Rechten sehen. Dann hätte sich die Mutter keine tödlichen Verbrennungen geholt. Kontrollgänge in Intervallen von zwei Stunden oder mehr reichten nicht aus.

Doch das Oberlandesgericht (OLG) Hamm wies die Zahlungsklage der Angehörigen ab (I-12 U 52/12). Es konnte keine schuldhafte Pflichtverletzung des Saunainhabers erkennen. Die Sauna verfüge über einen Notschalter, sei technisch in Ordnung und gefahrlos nutzbar. Auch die vom Inhaber festgelegten Kontrollzeiten seien nicht zu beanstanden, so das OLG. Er sei nicht verpflichtet, das körperliche Wohlbefinden der Saunabesucher quasi pausenlos zu überwachen.

Saunabesucher wollten die Sauna außerdem in Ruhe und ohne häufige Störungen genießen. Wer öfter sauniere, kenne die positiven Wirkungen eines Saunabesuchs, wisse aber auch über die physische Belastung Bescheid. Im Unterschied zum Inhaber der Sauna, der darüber nichts wisse, könnten die Besucher ihren Gesundheitszustand selbst am besten einschätzen. Sie allein könnten entscheiden, ob sie sich der Belastung aussetzen und das moderate Risiko eingehen.