Tödliche Thrombose nach Skiunfall

Witwer wirft einem Orthopäden fehlerhafte Behandlung der Ehefrau vor

onlineurteile.de - Bei einem Skiunfall während des Winterurlaubs hatte sich die 64-Jährige an beiden Knien verletzt. Sie wurde am Urlaubsort ärztlich behandelt, erhielt eine Kniemanschette und Krücken. Nach einigen Tagen kehrte die Frau mit ihrem Ehemann nach Bielefeld zurück. Sofort suchte sie eine orthopädische Praxis auf.

Der Orthopäde entfernte die Manschette und überwies die Patientin an eine radiologische Praxis, die eine Magnetresonanztomographie durchführen sollte. Doch dazu kam es nicht mehr. Zwei Tage später brach die Frau zusammen: Eine Thrombose hatte eine Lungenembolie ausgelöst, an der die Patientin starb. (Thrombose: Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel — Lungenembolie: Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge)

Der Witwer warf dem Orthopäden fehlerhafte Behandlung vor und forderte 10.000 Euro Schmerzensgeld: Der Arzt habe es versäumt, vorbeugende Maßnahmen gegen Thrombose zu treffen. Doch das — von einem medizinischen Sachverständigen beratene — Oberlandesgericht Hamm konnte keinen Behandlungsfehler erkennen und wies die Klage ab (26 U 119/12).

Eine Thrombose, die sich erst anbahne, sei klinisch gar nicht feststellbar. Der Orthopäde habe die Kniemanschette abgenommen und die Patientin aufgefordert, das verletzte Bein zu belasten, so gut das mit den Schmerzen eben möglich sei. Das sei richtig und — wenn kein konkreter Anhaltspunkt für ein Thromboserisiko bestehe — auch ausreichend. Ohne so einen Anhaltspunkt habe der Mediziner weder das Risiko abklären, noch vorbeugend ein blutverdünnendes Medikament verordnen müssen.