Trennwand zu dünn

Kann die Käuferin einer Eigentumswohnung dafür Schadenersatz verlangen?

onlineurteile.de - In der Baubeschreibung der Eigentumswohnungen war von einer Wandstärke von 20,5 Zentimetern die Rede. Tatsächlich fiel der Gipskarton jedoch um fünf Zentimeter dünner aus. Eine Käuferin beanstandete dies als Mangel ihrer Eigentumswohnung und verlangte von der Verkäuferin Schadenersatz: für Nachbesserungsarbeiten; für die Vergütung des Architekten, der den Mangel ermittelt hatte; für Hotelkosten während der Umbauzeit.

Die Immobilienfirma, gleichzeitig Bauherrin der Anlage, pochte darauf, dass sie trotz der dünneren Trennwand die vertraglich vereinbarten Schalldämmwerte eingehalten hatte. Vom Oberlandesgericht (OLG) Bamberg wurde sie dennoch dazu verdonnert, der unzufriedenen Käuferin 33.595 DM zu überweisen (4 U 283/01). Bereits die Abweichung vom Bauplan mindere den Wert einer Eigentumswohnung, urteilte das OLG. Trotz ausreichender Schalldämmwerte sei die Wohnung mangelhaft, denn die jetzige Besitzerin werde wohl kaum einen weiteren Käufer finden, der für eine nicht vertragsgerecht gebaute Wohnung den üblichen Preis zahle. Daher müsse die Bauherrin für die Schlamperei ihres Architekten einstehen.