Tresor eines Schmuckhändlers gestohlen

BGH: Damit ist noch nicht bewiesen, dass auch was drin war ...

onlineurteile.de - Erst kürzlich hatte der Schmuckhändler eine Geschäftsversicherung und eine Betriebseinrichtungsversicherung abgeschlossen. Kaum vier Monate später erstattete er bei der Polizei wegen eines Einbruchdiebstahls Strafanzeige gegen Unbekannt und wurde beim Versicherungsunternehmen vorstellig. Während eines Kurzurlaubs sei aus seinen Geschäftsräumen ein Tresor entwendet worden, in dem er Schmuck im Wert von fast 50.000 Euro und Bargeld aufbewahrte.

Die Polizei stellte typische Aufbruchspuren an der Wohnungstür fest. Der Fußbodenbelag zeigte tiefe Kratzer, die beim Transport des Tresors entstanden sein konnten. Trotzdem weigerte sich die Versicherung, den Schaden zu übernehmen: Der Einbruch sei vorgetäuscht, die Geschichte haarsträubend unglaubwürdig. Niemand könne einen so schweren Tresor wegschaffen, ohne die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses zu erregen.

Das Unternehmen erlitt beim Oberlandesgericht eine Niederlage und wurde zur Zahlung verurteilt: Dass der Tresor gestohlen wurde, zeigten doch die Spuren. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf (IV ZR 130/05). Da habe man es dem Versicherungsnehmer etwas zu leicht gemacht, fanden die Bundesrichter.

Wenn alles so aussehe, als sei der Tresor entwendet worden, sei das eine Sache. Das lasse aber noch keinen Schluss darauf zu, dass sonst noch etwas gestohlen wurde - d.h. dass im Tresor tatsächlich die vom Schmuckhändler benannten Gegenstände lagen. Der Versicherungsnehmer müsse beweisen, dass sie vor dem Einbruch "drin" waren. Um das zu klären, müsse die Vorinstanz wohl die Angelegenheit noch einmal neu aufrollen und Zeugen vernehmen.