Triathlet stürzt auf der Radstrecke

Die Veranstalter des Wettbewerbs hatten Bodenschwellen neongrün markiert ...

onlineurteile.de - Schwimmen, Radfahren und Laufen sind die drei Disziplinen eines Triathlons. Für einen Wettkampfsportler endete ein solcher Wettbewerb im Mai 2011 abrupt und schmerzlich: Schon etwa 700 Meter hinter dem Start der Radstrecke stürzte er beim Überfahren von Bodenschwellen, die quer zur Straße verliefen. Der Unglücksrabe brach sich das Schlüsselbein.

Für die Unfallfolgen sollten die Veranstalter geradestehen: Sie hätten die Radstrecke nicht richtig abgesichert, warf ihnen der Sportler vor. Bodenschwellen mit Klebestreifen zu markieren, genüge bei einem Radrennen nicht - bei Geschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h. Die drei Schwellen seien "ganz plötzlich aufgetaucht". 7.500 Euro Schmerzensgeld seien als Ausgleich für zwei Monate Leiden und Arbeitsunfähigkeit angemessen.

Das Landgericht Heilbronn konnte jedoch keine schuldhaften Versäumnisse der Organisatoren erkennen und wies die Klage ab (5 O 295/12 Mc). Selbstverständlich müssten die Veranstalter von Radrennen unfallträchtige Gefahrenpunkte entschärfen und sichern. Doch an diesen Bodenschwellen sei bei früheren Radrennen noch nie ein Radfahrer gescheitert. Die Organisatoren hätten sie nicht als gefährlich einstufen müssen.

Vor dem Rennen habe eine Besprechung mit den Teilnehmern stattgefunden, bei der die "Wettkampfordnung der Deutschen Triathlon Union" erläutert wurde. Nach diesen Regeln sei es im Triathlon — anders als bei herkömmlichen Straßenradrennen — verboten, ohne Sicherheitsabstand in der Gruppe zu fahren ("Windschattenfahren"). Wenn die Fahrer sich daran hielten und nicht im Pulk radelten, hätten sie freie Sicht auf die Fahrtstrecke.

Die Schwellen lägen an einer übersichtlichen Stelle und seien von den Veranstaltern auffällig mit neonfarbenen Leuchtstreifen markiert worden. Außerdem seien sie zweigeteilt, Radfahrer könnten problemlos in der Mitte zwischen den Schwellen durchfahren. Als weitere Vorsichtsmaßnahme hätten die Veranstalter vor dem Rennen mit verschiedenen Gruppen die Strecke abgefahren, damit die Teilnehmer sie besichtigen konnten.

Auch wenn es Sportlern beim Wettkampf in erster Linie um Geschwindigkeit gehe, dürften sie auf öffentlichen Straßen nicht blind darauf vertrauen, dass die Rennstrecke schon frei von Hindernissen sein werde. Da nach den Triathlon-Regeln die Straßenverkehrsordnung einzuhalten sei, müssten die Radfahrer auch auf Verkehrsschilder achten. In ausreichender Entfernung warne das Schild "unebene Fahrbahn" (Zeichen 112) vor den Bodenschwellen. Alles in allem hätten die Verantwortlichen die gesamte Strecke gut abgesichert.