Übermütiger kleiner Radfahrer prallt auf BMW

Eltern haften nicht für jeden Schaden, den ihre Kinder anrichten

onlineurteile.de - Der (fast acht Jahre alte) Junge spielte mit anderen Kindern im Hof. Dort konnte ihn die Mutter vom Fenster aus beobachten. Plötzlich war der Junge verschwunden. Er schob sein Fahrrad auf eine Fußgängerbrücke an einer Straßenkreuzung in der Nähe. Dann sauste er mit dem Rad die Brücke herunter und ungebremst auf das hintere Eck eines fahrenden BMWs. Von ein paar Schrammen abgesehen, passierte dem Kind zum Glück nichts. Beim Zusammenprall wurde allerdings ein Kotflügel des Wagens eingedellt und die Antenne abgerissen.

Die Autobesitzerin musste für die Reparatur 1.640 Euro ausgeben und forderte von den Eltern des Jungen Schadenersatz. Die Eltern hätten dem Kind angesichts der nahen, stark befahrenen Straße nicht erlauben dürfen, alleine mit dem Fahrrad herumzufahren, fand die Autobesitzerin. Sie hätten den Jungen besser beaufsichtigen müssen. Doch das Amtsgericht München hielt die unmittelbare Umgebung nicht für einen Grund, den Siebenjährigen ständig zu überwachen (322 C 3629/07). Es wies die Zahlungsklage der Autobesitzerin ab.

Die Mutter habe immer wieder vom Fenster aus nach den spielenden Kindern gesehen. Das genüge in diesem Alter. Auch wenn nicht weit von der Wohnung eine belebte Kreuzung liege, müsse man einem Siebenjährigen nicht das Radfahren im Hof verbieten. Der Junge habe ein passendes Kinderfahrrad, fahre seit über vier Jahren Rad und kenne sich im Straßenverkehr aus. Nie sei etwas Besonderes vorgefallen. Dass er dieses eine Mal die Fußgängerbrücke heruntergefahren sei, stelle eine spontane Fehlreaktion des Kindes dar, für welche die Eltern nicht haften müssten. So etwas könne man nie ganz ausschließen.