Umzug: Schrankbretter kippen auf ein Auto

Bei Hilfe aus Gefälligkeit ist die Haftung eingeschränkt

onlineurteile.de - Sechs Personen halfen Frau K. bei ihrem Umzug. Wie es unter Bekannten üblich ist, gab es dafür kein Geld, sondern Würstchen und Getränke. Auf der Straße lehnten die Helfer einige Schrankbretter an den Umzugs-Lkw, um sie später einzuladen. Als ein Autofahrer - angeblich, ohne den Laster oder die Bretter zu berühren - an dem Fahrzeug vorbeifuhr, fielen einige Bretter um und auf seinen Wagen. Es entstand ein Schaden von 3.216 Euro.

Die private Haftpflichtversicherung von Frau K. übernahm die Reparaturkosten und wollte sich anschließend an den Umzugshelfern schadlos halten. Doch das Amtsgericht Plettenberg wies ihre Klage ab (1 C 345/05). Hilfeleistungen auf Basis reiner Gefälligkeit wären nicht mehr möglich, wenn jeder Helfer für dabei entstehende Schäden haften müsste. Deshalb gehe man in solchen Fällen davon aus, dass stillschweigend vereinbart wurde, die Haftung auf Schäden durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zu beschränken.

Und davon könne hier keine Rede sein. Vielleicht sei es nicht besonders klug gewesen, die Schrankbretter an die zur Straße gewandte Seite des Umzugs-Lkws zu stellen. Doch das sei allenfalls als leicht fahrlässig anzusehen. Leichte Fahrlässigkeit von Umzugshelfern - die nur Verpflegung erhielten, ansonsten aber kostenlos arbeiteten - begründe keine Einstandspflicht für Schäden beim Umzug.