Unfall auf dem Gehweg

Radfahrer muss für Schäden selber zahlen

onlineurteile.de - Der Zusammenstoß kam ihn teuer zu stehen: Der 30 Jahre alte Gaststudent aus Ägypten fuhr mit seinem Fahrrad auf einem Gehweg und das relativ zügig (ca. 10 km/h). Zu schnell jedenfalls, um vor einem Mercedes noch zu bremsen, der gerade - nach einer leichten Rechtskurve - aus einer Grundstücksausfahrt herausfuhr. Der Radfahrer krachte in den Wagen. Sein Fahrrad hatte nur einen leichten Achter, aber sein rechtes Knie war ziemlich ramponiert.

Vier Wochen lang konnte er nicht gehen, mehrere Monate lang musste er immer wieder zum Arzt. Zu allem Übel war der Student nicht mal krankenversichert und musste alles selbst zahlen. Vom Mercedes-Fahrer forderte er die Behandlungskosten plus Schmerzensgeld (2.000 Euro). Der sei nicht vorsichtig genug aus der Ausfahrt herausgekommen, meinte der Radfahrer.

Doch das Amtsgericht München drehte den Spieß um und hielt dem Studenten vor, dass Radfahren auf Gehwegen absolut verboten ist (342 C 18819/03). Deshalb habe der Student keinen Anspruch auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld. Außerdem sei er ziemlich schnell geradelt, obwohl er die Strecke vor ihm wegen der Kurve nicht gut einsehen konnte. Der Mercedes-Fahrer dagegen habe sich, wie Zeugen bestätigten, "langsamer als Schrittgeschwindigkeit" aus der Einfahrt vorgetastet. Die Gefahr sei also vom Radfahrer, nicht vom Autofahrer ausgegangen.