Unfall mit neuem Wagen

Sind Bagatellschäden spurenlos zu beseitigen, wird nicht auf Neuwagenbasis abgerechnet

onlineurteile.de - Der Besitzer eines neuen Wagens wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt, da hatte er mit dem Auto gerade mal 153 Kilometer zurückgelegt. Stoßfänger und Kotflügel waren deformiert. Der Mann beauftragte einen Kfz-Sachverständigen, der die Reparaturkosten auf 2.307 Euro schätzte und die Wertminderung auf 600 Euro. Die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers ersetzte diese Beträge.

Damit müsse er sich nicht zufrieden geben, meinte der Unfallgeschädigte, schließlich gehe es um einen Neuwagen. Er forderte den Kaufpreis (= "Abrechnung auf Neuwagenbasis"). Den Prozess gegen die Kfz-Versicherung verlor der Mann jedoch. Nur zwei von drei Bedingungen für eine Abrechnung auf Neuwagenbasis seien hier erfüllt, erklärte ihm das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf (I-1 U 58/08).

Der Wagen sei nicht länger als einen Monat zugelassen gewesen (genau zwei Wochen) und die Laufleistung liege unter 1.000 Kilometer. Doch das genüge nicht, so das OLG, um einen Anspruch auf Ersatz des vollen Kaufpreises zu begründen. Darüber hinaus müsste das Fahrzeug auch so erheblich beschädigt sein, dass es für den Geschädigten unzumutbar wäre, sich mit einem finanziellen Ausgleich für die Unfallfolgen zu begnügen.

Das treffe hier aber nicht zu. Durch den Unfall seien ausschließlich Teile betroffen gewesen, die spurenlos ausgewechselt werden konnten. Der Wagen sei fachgerecht repariert worden und nicht einmal ein Schönheitsfehler sei zurückgeblieben. Der frühere Zustand sei also wieder hergestellt. Unter diesen Umständen sei es für den Autobesitzer durchaus zumutbar, das Fahrzeug weiterhin zu benutzen.