Unfall oder Bedienungsfehler?

Anhängerkupplung verhakt sich beim Rückwärtsfahren: Delle im Kotflügel

onlineurteile.de - Ein Autofahrer befestigte an seinem VW Passat einen Anhänger und fuhr anschließend mit dem Gespann rückwärts. Dabei verhakte sich die Anhängerkupplung. Deshalb krachte der Anhänger gegen den rechten hinteren Kotflügel und sorgte für eine ordentliche Delle. 1.319 Euro "löhnte" der Autofahrer für die Reparatur in seiner Kfz-Werkstatt. Die Rechnung reichte er bei seiner Vollkaskoversicherung ein.

Das Versicherungsunternehmen formulierte es etwas höflicher, antwortete aber sinngemäß: Wenn sich der Versicherungsnehmer beim Rückwärtsfahren dämlich anstelle, sei das nicht als Unfall einzustufen. Den Schaden habe er sich selbst zuzuschreiben. So sah es auch das Amtsgericht München und wies die Zahlungsklage des Autofahrers ab (343 C 11207/11).

Hier gehe es nicht um einen Verkehrsunfall, d.h. um ein Ereignis, das plötzlich von außen her, unmittelbar mit mechanischer Gewalt auf das versicherte Fahrzeug einwirke. Vielmehr habe der Autofahrer den Schaden selbst verursacht. Er habe beim Zurücksetzen nicht aufgepasst, weshalb sich seine Anhängerkupplung verhakte und den eigenen Wagen beschädigte. Die Delle sei schlicht und einfach durch einen Bedienungsfehler entstanden. Dafür müsse die Vollkaskoversicherung nicht zahlen.