Unfallauto zum geschätzten Restwert verkauft

Danach kam von der Versicherung ein besseres Angebot ...

onlineurteile.de - Nach einem Verkehrsunfall beauftragte der Unfallgeschädigte einen Kfz-Sachverständigen, der den Restwert seines Wagens auf 500 Euro schätzte. Die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers erhielt das Gutachten des Sachverständigen an einem Freitag. Am gleichen Tag verkaufte der Autobesitzer das Unfallauto für 500 Euro. Am folgenden Montag übermittelte ihm die Haftpflichtversicherung per Fax das Angebot eines Händlers, den Wagen für 4.600 Euro zu kaufen.

Nun stand der Unfallgeschädigte dumm da: Die Kfz-Versicherung regulierte den Unfallschaden und zog als Restwert 4.600 Euro ab. Machte unter dem Strich 4.100 Euro weniger, als der Autobesitzer laut Gutachten erhalten sollte. Dabei dürfen sich Unfallgeschädigte eigentlich auf die Angaben der Schadensexpertise verlassen. Dennoch blieb im konkreten Fall die Klage des Autobesitzers auf Zahlung der Differenz erfolglos.

Die Versicherung müsse wenigstens die Gelegenheit bekommen, sich um einen günstigeren Verkauf des Unfallfahrzeugs zu bemühen, erklärte das Oberlandesgericht Köln (15 U 191/04). Erhalte der Unfallgeschädigte von ihr ein besseres Restwertangebot, das ohne weiteres zu realisieren sei, müsse er davon Gebrauch machen. Freilich sei er nicht verpflichtet, auf so ein Angebot wochenlang zu warten. Doch hier sei es nicht schneller gegangen - am Freitag habe die Versicherung das Gutachten bekommen, am Montag habe sie schon reagiert und ein Restwertangebot gemacht. Das müsse sich der Autobesitzer entgegenhalten lassen.