Unfeiner Wettbewerb unter Plakatierern

Konkurrent schaltete Detektei ein, um das Abhängen von Plakaten zu beweisen

onlineurteile.de - Unternehmer A, der gewerblich Plakate aufhängt, verdächtigte eine Konkurrenzfirma, immer mal wieder seine Plakate abzuhängen. Um seinen Verdacht zu belegen, beauftragte er eine Detektei, Firma B zu überwachen. Die Detektei schleuste einen Mitarbeiter als Praktikanten bei Firma B ein. Der bestätigte bald: Bei mehreren Arbeitsgängen habe der Chef Plakate von A abgehängt und an deren Stelle eigene Plakate aufgehängt.

A verklagte daraufhin Firma B auf Ersatz der Detektivkosten (32.000 Euro). Das Oberlandesgericht Karlsruhe sprach ihm rund 16.000 Euro zu (6 U 52/09). Hier habe ein konkreter Verdacht auf systematische Wettbewerbsverstöße des Konkurrenten vorgelegen, so die Richter. In so einem Fall sei es gerechtfertigt, einen Detektiv zu beauftragen. A hätte die Wettbewerbsverstöße von B selbst nicht nachweisen können. Doch nur wenn er sie belegen könne, habe A vor Gericht eine Chance, gegen B eine Ordnungsstrafe zu erreichen.

Allerdings habe man von dem geforderten Betrag einiges gestrichen. A müsse nur Überwachungskosten ersetzen, die ein wirtschaftlich denkender Mensch für nötig halten würde. Mancher Posten auf der Rechnung der Detektei sei jedoch überflüssig. So habe die Detektei z.B. an einem Sommernachmittag Chef und Mitarbeiter der Firma B auf dem Firmengelände ewig beim Grillen beobachtet, um dann - nach sage und schreibe viereinhalb Stunden - den Schluss zu ziehen, dass es sich wohl um eine Betriebsfeier handelte.