Unnütze ärztliche Behandlung?

Krankenversicherer will plötzlich nicht mehr zahlen

onlineurteile.de - Über fünf Jahre wurde ein chronisch Kranker schon von seinem Arzt behandelt, gebessert hatte sich nichts. Zwischendurch hatte sich die private Krankenversicherung eingeschaltet, einen anderen Arzt mit einem Gutachten beauftragt und dessen Ratschläge an den behandelnden Arzt weitergeleitet. Der hatte die Empfehlungen auch befolgt, aber der Erfolg hielt sich in Grenzen. Dann wollte der Krankenversicherer die Honorare des Arztes nicht mehr begleichen: Die Therapie sei "unvertretbar", behauptete er.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied, dass der Versicherer das ausstehende Honorar - über 4.000 Euro - zahlen muss (4 U 225/01). Da der behandelnde Arzt die Verbesserungsvorschläge des Versicherungsgutachters aufgegriffen und umgesetzt habe, könne das Unternehmen nun nicht plötzlich die Therapie für "unbrauchbar" erklären. Nach dem Schriftwechsel zwischen beiden Medizinern und der Versicherung habe der Patient darauf vertrauen dürfen, dass die Behandlungskosten auch weiterhin erstattet würden.