Unpassende Damen vorgeschlagen

Kunde eines Partnerschaftsvermittlers fordert Honorar zurück

onlineurteile.de - Der Kunde eines Partnerschaftsvermittlers war total unzufrieden und verlangte von der Agentur das Honorar zurück. 15 Partnervorschläge sollte ihm die Agentur laut Vertrag unterbreiten, sechs hatte er erhalten. Mit vier Damen traf er sich, dann reichte es ihm. Eine suchte nur einen Tanzpartner, die nächste einen viel jüngeren Mann. Die dritte Frau machte sich darüber lustig, dass er einen Partnervermittler bemühte und empfahl ihm, sich nach einer Putzfrau umzusehen. Die vierte Dame war nicht so unfreundlich, jedoch schwer krank. Zwei Frauen waren weder schriftlich, noch telefonisch zu erreichen.

Man habe ihm völlig untaugliche Vorschläge gemacht, beanstandete der Kunde, dafür könne der Vermittler kein Honorar erwarten. Das Oberlandesgericht Köln gab dem Kunden Recht (5 U 1242/05). Die Partneragentur schulde den Kunden zwar keine erfolgreiche Vermittlung - das sei in diesem Metier gar nicht möglich. Sie müsse aber laut Vertrag aus ihrem "Bestand" geeignete Partnervorschläge aussuchen, d.h. "eine höchstmögliche Übereinstimmung der Partnerwünsche gewährleisten".

Davon könne hier keine Rede sein. Die ausgewählten Damen gehörten entweder zur Abteilung "Karteileichen" oder entsprachen in keiner Weise dem "Anforderungsprofil" des Kunden. Im Personalbogen habe der Kunde viele Freizeitinteressen angegeben, Tanzen gehöre nicht dazu. Wieso suche man dann für ihn eine Dame aus, die einen Tanzpartner wolle? Besonderen Wert legte der Kunde dagegen auf "Einfühlungsvermögen und Toleranz". Vorgeschlagen werde ihm eine Dame mit pauschaler Aversion gegen Männer, die sich einer Partnerschaftsvermittlung bedienten etc. Fazit: Die Agentur habe den Vertrag mit dem Kunden nicht erfüllt.