Unter der Brücke hängen geblieben

Wohnmobilfahrer scheitert mit Klage gegen Vollkaskoversicherung

onlineurteile.de - Der Fahrer eines über drei Meter hohen Wohnmobils war wohl auf einem Auge blind, als er sich einer Brücke näherte: Etwa 300 Meter vor der Unterführung wurde durch ein Verkehrsschild angezeigt, dass die Durchfahrt nur für Fahrzeuge bis 2,5 m Höhe möglich ist. Ein zweites Schild war 150 Meter vor der Unterführung aufgestellt. Schließlich befand sich in der Mitte der hellen Betonbrücke ein weiteres Hinweisschild.

Alle Warnungen waren vergeblich: Der Mann durchquerte mit Tempo 40 das Brückenloch - und blieb mit Schwung in der Durchfahrt hängen. 10.589 Euro sollte die Vollkaskoversicherung dafür blechen; sie lehnte es jedoch ab, den Schaden zu regulieren. Auch beim Oberlandesgericht Oldenburg kam der Versicherungsnehmer nicht weiter (3 U 107/05).

Wie bei diesem Unfall nicht anders zu erwarten, hielten die Richter dem Autofahrer grobe Fahrlässigkeit vor: Die Versicherung müsse für den Schaden nicht einstehen, weil der Fahrer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt aufs Gröbste missachtet habe. Auf dreihundert Metern Fahrtstrecke drei Verkehrsverbotsschilder zu ignorieren, sei ein starkes Stück. Sein Fehlverhalten lasse sich auch nicht mit einem so genannten Augenblicksversagen entschuldigen, etwa mit schlechter Sicht oder Stress wegen eines ungewohnten, neuen Fahrzeugs. Denn das Wetter sei gut gewesen und der Versicherungsnehmer fahre schon seit Jahren ähnlich große Wohnmobile.