Unterhalt gestrichen

Kein Geld mehr für Volljährigen ohne Ausbildung

onlineurteile.de - Der flügge gewordene Sohn hatte schon eine "Vergangenheit": Schulschwänzen und Jugendarrest wegen Diebstahls. Die Schule verließ er nach der wiederholten 8. Klasse ohne Abschlusszeugnis. Weder der berufstätige Vater noch das Jugendamt konnten bei dem Knaben erzieherisch etwas ausrichten. Eine Ausbildung zum Speditionskaufmann brach er nach wenigen Monaten ab, meldete sich dann arbeitslos und bezog Sozialhilfe.

Der Vater wollte vom Oberlandesgericht Celle wissen, ob er unter diesen Umständen noch Unterhalt zahlen muss (15 UF 208/03). Die Richter verneinten dies. Kinder seien verpflichtet, die von den Eltern finanzierte Ausbildung zielstrebig zu verfolgen und in angemessener Zeit zu beenden. Kurze Verzögerungen müssten die Eltern hinnehmen (vor allem dann, wenn sie auf erzieherisches Fehlverhalten zurückzuführen seien), darum gehe es hier aber nicht: Seinem Vater könne der junge Mann die jetzige Situation nicht anlasten. Denn der habe sich redlich bemüht, ihn auf den rechten Weg zu bringen.

Da sich der volljährige Sohn nicht in Berufsausbildung befinde, habe er daher auch keinen Anspruch mehr auf Unterhalt. Anders als angekündigt, habe er kein Berufsvorbereitungsjahr begonnen. Er habe zwar Kontakte zu Ausbildungsvermittlungsstellen geknüpft, an Computerkursen teilgenommen und ein Firmenpraktikum gemacht. Doch das seien vorbereitende Maßnahmen ohne konkreten Bezug zu einer Berufsausbildung. Unter diesen Umständen müsse der junge Mann für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen und dabei jede Arbeitsmöglichkeit nutzen.