Unterlassene Anzeige eines Schlüsselverlusts ...

... kostet die Versicherungsnehmerin den Versicherungsschutz für das gestohlene Fahrzeug

onlineurteile.de - Die X-GmbH, ein Handwerksunternehmen, wandte sich an ihre Teilkaskoversicherung: Der Kastenwagen des Betriebs sei gestohlen worden. In der Schadensanzeige räumte die X-GmbH ein, schon vor vier Jahren sei einer der Fahrzeugschlüssel abhanden gekommen. Daraufhin lehnte es der Versicherer ab, den Verlust zu ersetzen: Bewusst unwahre oder unvollständige Angaben führten zum Verlust des Anspruchs auf Versicherungsschutz.

Das Amtsgericht Bad Segeberg gab der Versicherung Recht (17 C 99/09). Zwar habe die Versicherungsnehmerin in der Schadensanzeige keine falschen Angaben gemacht. Aber bei diesem Anlass sei der Jahre zurückliegende Verlust eines Kfz-Schlüssels ans Tageslicht gekommen, den die X-GmbH unverzüglich hätte melden müssen. Wenn ein Schlüssel abhanden komme, erhöhe das häufig — vom Eigentümer unbeabsichtigt — die Gefahr eines Autodiebstahls.

Hier sei es sehr gut möglich, dass der Kastenwagen mit dem vermeintlich verlorenen Schlüssel gestohlen wurde. Der Experte des Versicherers, der das wieder aufgefundene Fahrzeug Monate später untersucht habe, habe jedenfalls keine typischen Diebstahlspuren gefunden (beschädigte Schlösser und Zündschloss, Schürfspuren). Gewaltsam sei es wohl nicht geöffnet worden.

Vor allem spreche ein weiterer Umstand dafür, dass der Schlüssel im Spiel gewesen sein könnte: Mehrere Mitarbeiter des Unternehmens seien damit gefahren und hätten gewusst, wo die Betriebsfahrzeuge abgestellt waren. Letztlich sei auch nie geklärt worden, wer den Schlüssel "verloren" habe. Dass ihn ein früherer Mitarbeiter behalten und für einen Diebstahl missbraucht habe, sei nicht von der Hand zu weisen.

Zwar stehe damit nicht 100prozentig fest, dass das Versäumnis der Versicherungsnehmerin, den Schlüsselverlust nicht anzuzeigen, den Diebstahl des Kastenwagens (mit-)verursacht habe. Diese Unklarheit gehe jedoch zu Lasten der Versicherungsnehmerin.