Urlauber benötigt Dialysegerät

Sonderwünsche sind vom Reiseveranstalter schriftlich zu bestätigen

onlineurteile.de - Ein Ehepaar buchte im Reisebüro eine 14-tägige Pauschalreise nach Kalabrien (Kostenpunkt: 1.520 Euro). Der Dame im Reisebüro erklärte der Mann, er sei Dialysepatient und benötige sein Gerät auch im Urlaub. Sie empfahl ihm, sich direkt ans Hotel zu wenden. Daraufhin rief der Mann im Hotel an und vereinbarte, dass kurz vor der Reise das Dialysegerät dort anliefert werden sollte. Irgendetwas lief schief; jedenfalls verweigerte das Hotel die Annahme, als ein Spediteur das Gerät liefern wollte.

Nach einem weiteren Fehlversuch stornierte der Urlauber die Reise. Vom Reiseveranstalter forderte er Entschädigung und Rückzahlung des Reisepreises. Doch das Unternehmen winkte ab und verwies auf die schriftliche Reisebestätigung, die man dem Kunden im Reisebüro ausgehändigt hatte: "Sonderwünsche und Bedingungen bedürfen der ausdrücklichen schriftlichen Bestätigung durch den Reiseveranstalter", stand da. Auch mit seiner Zahlungsklage gegen den Reiseveranstalter scheiterte der Kunde beim Amtsgericht München (163 C 13205/04).

Zusagen des Reisebüros oder des Hotels seien für den Reiseveranstalter nicht verbindlich, erläuterte der Amtsrichter. Würden diese nicht eingehalten, hafte dafür nicht der Veranstalter. Sonderwünsche müssten die Kunden beim Reiseveranstalter selbst anmelden - ohne schriftliche Bestätigung des Unternehmens würden diese nicht Inhalt des Reisevertrags. Angesichts der eindeutigen Aussagen dazu im Katalog und auf der Reisebestätigung habe es in diesem Punkt auch keine Zweifel oder Missverständnisse geben können.