Vater möchte seine Tochter sehen ...

... aber nur ohne Begleitpersonen: Antrag abgelehnt

onlineurteile.de - Zweieinhalb Jahre lebte ein unverheiratetes Paar zusammen, beide sind griechische Staatsbürger. 2003 wurde eine Tochter geboren, danach begann es in der Beziehung zu kriseln. Im Mai 2004 zog die Frau wegen Streitigkeiten aus der gemeinsamen Wohnung aus und nahm das Kind mit. Seither hat der Vater das kleine Mädchen kaum noch gesehen, obwohl er sich mit der Mutter das Sorgerecht teilt. Immer wieder meldete er sich, doch seine Ex-Freundin lehnte den Kontakt ab.

Schließlich schaltete der Mann den Kinderschutzbund ein. Dessen Mitarbeiterinnen vermittelten. Nach vorbereitenden Gesprächen mit beiden Eltern konnte der Vater endlich sein Kind im Herbst 2005 einige Male treffen. Allerdings nur unter strengen Auflagen: nur in Begleitung von Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbunds in dessen Räumen. Einmal verlief der Besuch harmonisch, zweimal kam es zu Störungen - warum, blieb umstritten. Den vierten Besuch unterbrachen Sozialpädagoginnen nach 20 Minuten.

Daraufhin beantragte der Vater bei Gericht eine Umgangsregelung: Mit dem "begleiteten Umgang" sei er nicht mehr einverstanden, er wolle seiner Tochter unbefangen und in freier Atmosphäre begegnen. Doch weder das Amtsgericht, noch das Oberlandesgericht Karlsruhe erhörten den Vater (16 UF 11/06). Die Treffen hätten gezeigt, dass ohne Anwesenheit betreuender Personen (noch) kein ungezwungener Kontakt möglich sei. Der direkte Umgang belaste das Kind. Da der Vater es jedoch strikt ablehne, weiterhin Termine in Begleitung von Betreuern oder Betreuerinnen wahrzunehmen, werde vorerst keine Umgangsregelung getroffen.