Vaterschaft erst anerkannt, dann angefochten

Scheinvater hat keinen Anspruch auf Ersatz der Prozesskosten durch den tatsächlichen Vater des unehelichen Kindes

onlineurteile.de - Es war nur eine flüchtige Bekanntschaft. Als die unverheiratete Frau ein Kind bekam und beim Jugendamt seinen Namen angab, anerkannte ihr Ex-Freund jedoch die Vaterschaft. Später kamen ihm Zweifel, er focht die Vaterschaft an. Tests ergaben, dass nicht er der Vater des Jungen war, sondern ein anderer Bekannter der Frau. Vergeblich forderte der Scheinvater vom tatsächlichen Erzeuger Ersatz für die Kosten des Vaterschaftsprozesses.

Darauf hätte der Mann nur Anspruch, wenn er mit der Kindesmutter verheiratet wäre, urteilte das Oberlandesgericht Celle (15 UF 2/04). Bekomme eine verheiratete Frau ein Kind, gelte der Ehemann automatisch als Vater, auch wenn es von einem anderen Mann stamme. Dagegen könne er sich nur wehren, indem er die Vaterschaft anfechte. Deshalb sei dann der wirkliche Erzeuger dazu verpflichtet, dem Scheinvater die Prozesskosten zu ersetzen.

Hier liege der Fall jedoch anders. Der ledige Mann habe allein auf die Angaben der Kindesmutter hin die Vaterschaft anerkannt, ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein - also durch freien Entschluss. Wenn er daran zweifle, müsse er vor der Anerkennung der Vaterschaft einen Test durchführen lassen, um Klarheit zu schaffen. Der tatsächliche Erzeuger habe von dem Kind bis zum Prozess nichts gewusst und sei für das objektiv unrichtige Vaterschaftsanerkenntnis des Scheinvaters(und die sich daraus ergebende Notwendigkeit einer Anfechtungsklage) nicht verantwortlich.