Verbrennungen bei Gasexplosion

Kein Geld von der Unfallversicherung für Unfall bei versuchter Straftat

onlineurteile.de - Das war schon übel, was sich der Kerl da ausgedacht hatte: Er wollte ein ganzes Haus in die Luft gehen lassen - obwohl sich darin Menschen aufhielten. Dazu öffnete er im Keller den Hahn der Gaszufuhr. Dann bekam der Zündler jedoch Gewissensbisse und schloss den Gashahn wieder. Da es aber schon ziemlich eindeutig roch, öffnete er ein Kellerfenster, um das Gas abzuleiten. Doch es war zu spät.

Nach der Explosion kam der Täter mit Verbrennungen ins Krankenhaus. Nach seinem Strafprozess solle nun wenigstens die Unfallversicherung etwas Kohle rüberschieben, meinte er. Schließlich sei es ein Unfall gewesen. Eine Klage gegen die Versicherung sei völlig aussichtslos, erfuhr der Mann jedoch vom Oberlandesgericht Hamm (20 W 31/05).

Denn der Unfall sei beim Versuch einer Straftat geschehen, dafür müsse die Unfallversicherung nicht einspringen. Wer einen Gashahn öffne, beginne mit dem Versuch, die Bude in die Luft zu sprengen. Dass der Versicherungsnehmer im Strafprozess freigesprochen worden sei - weil er den Hahn wieder zugedreht, also den Versuch abgebrochen habe -, ändere daran nichts. Hätte er das Gas nicht ausströmen lassen, hätte er sich auch nicht verbrannt.