Vermieter beim Kreditinstitut angeschwärzt

"Üble Nachrede" der Mieterin macht Fortsetzung des Mietvertrags unzumutbar

onlineurteile.de - Kaum war die Frau in das Einfamilienhaus eingezogen, begannen auch schon die Querelen mit dem Vermieter. Mehrfach arteten die Wortwechsel aus und die Mieterin beleidigte den Vermieter auf üble Weise. Er schickte der Mieterin eine Abmahnung, in der er klarstellte, weiteres Fehlverhalten werde er nicht mehr dulden. Beim nächsten Mal kündige er das Mietverhältnis.

Die Abmahnung schien die Frau eher zu beflügeln als abzuschrecken … Jedenfalls meldete sie sich beim Baufinanzierer des Vermieters und empfahl ihm, dessen Bonität zu überprüfen. Der Mann stecke finanziell arg in der Klemme. Falls das Kreditinstitut keine Prüfung veranlasse, werde sie sich selbst ans Bundesaufsichtsamt für das Banken- und Kreditwesen wenden.

Das Kreditinstitut erkundigte sich erst einmal beim Vermieter und erfuhr, dass an den Behauptungen "nichts dran war". Der Hauseigentümer hatte nun endgültig genug und kündigte der Mieterin fristlos. Da die Frau und ihr Lebensgefährte die Kündigung nicht akzeptierten, erhob er Räumungsklage.

Das Landgericht Potsdam gab ihm Recht (4 S 193/10). Der Hauseigentümer habe das Mietverhältnis fristlos kündigen dürfen. Mit erfundenen Behauptungen habe ihn die Frau beim Kreditinstitut in "Misskredit" bringen wollen.

Üble Nachrede dieses Kalibers verletze den Mietvertrag und zwar so gravierend, dass es für den Vermieter unzumutbar sei, das Mietverhältnis fortzusetzen. Nach der wirkungslosen Abmahnung und diesem Vorfall habe er nicht mehr damit rechnen können, dass sich die Frau in Zukunft korrekt verhalten werde.