Vermieter pleite, Kaution futsch?

Mieterkaution hat auf dem Privatkonto des Vermieters nichts zu suchen

onlineurteile.de - Was für eine Pleite! Der Vermieter - eine Kommanditgesellschaft - hatte Insolvenz angemeldet und die Wohnung war auch noch gekündigt. Jetzt wollte der Mieter sofort seine Mietkaution zurück, denn ihm schwante nichts Gutes. Recht hatte er: Tatsächlich hatte die Hausverwalterin schnell noch das Kautions-Sparbuch abgeräumt und auf das Konto des Vermieters überwiesen. Das ließ sich der Mieter natürlich nicht bieten und verklagte Vermieter und Hausverwalterin.

Von der Kommanditgesellschaft sei nichts mehr zu holen, stellte das Landgericht Hamburg fest (333 S 84/03). Doch die Hausverwaltungsfirma müsse dem Mieter die Kaution samt Zins und Zinseszins zurückzahlen. Als Hausverwalterin sei sie auch für die Verwaltung der Mieter-Kaution zuständig gewesen. Wie sie damit umzugehen habe, hätte die Firma wissen müssen.

Eine Kaution sei auf einem gesonderten Sparbuch anzulegen und dürfe bis zur Rückgabe nicht angerührt, schon gar nicht auf ein Privatkonto des Vermieters überwiesen werden. Das sei auch nicht damit zu rechtfertigen, dass möglicherweise Anspruch auf Nachzahlung von Nebenkosten bestehe. Selbst wenn das zuträfe, entstehe dadurch nicht das Recht, die Kaution auf das Konto des Vermieters einzuziehen.