Vermietete Ferienwohnung bringt Verluste

Gewerbliche Vermietung oder Liebhaberei?

onlineurteile.de - Eheleute vermieteten ihre Ferienwohnung gelegentlich an Feriengäste, im Jahr 1995 an 121 Tagen. Als sie bei der Einkommensteuererklärung Verluste durch gewerbliche Vermietung geltend machten (12.318 DM), gab es beim Finanzamt Schwierigkeiten. Es handle sich um nebenher betriebene "Liebhaberei", teilten die Finanzbeamten mit, und nicht um gewerbliche Vermietung mit der Absicht, Einkünfte zu erzielen. Also würden die Verluste bei der Einkommensteuer nicht berücksichtigt.

Die Steuersache ging bis zum Bundesfinanzhof. Die Bundesrichter hielten das Urteil "Liebhaberei" hier für unzulänglich begründet (IX R 18/02). Werde eine Wohnung dauerhaft an (wechselnde) Feriengäste vermietet, könne man davon ausgehen, dass der Vermieter damit langfristig Gewinn erzielen wolle (selbst wenn vorübergehend die Kosten höher seien als die Einnahmen). Dann sei ohne weitere Prüfung vorauszusetzen, dass der Steuerpflichtige gewerblich vermiete.

Wenn die Ferienwohnung nicht nur vermietet, sondern zeitweise auch privat genutzt werde, müsse man dies genauer prüfen. Zunächst sei festzustellen, welche Kosten jährlich auf die private Nutzung entfielen und welche Kosten auf die Vermietung. Daraus lasse sich dann schließen, ob auf lange Sicht (30 Jahre) die Möglichkeit bestehe, durch die Vermietung einen Totalüberschuss zu erzielen. Wenn das der Fall sei, handle es sich um gewerbliche Vermietung.

Diese Prüfung muss im konkreten Fall das Finanzgericht nachholen.