Vermittlung von "Freizeitkontakten"

Das ist nichts anderes als Partnervermittlung: Agentur kann ihr Honorar nicht einklagen

onlineurteile.de - "Eheinstitut" oder "Heiratsvermittler" nannte man sowas früher, heute heißen die Agenturen Partnervermittlung. Manche versprechen auch nur die "Vermittlung von Freizeitkontakten". Bei so einer Agentur meldete sich ein Kunde. In einer Zeitungsanzeige der Agentur hatte er das Foto einer "Ines" gesehen und die gefiel ihm sofort. Schnell kam es zu einem Vertrag.

Ratenweise hatte der Kunde an die Agentur 3.600 DM zu überweisen, dafür sollte sie ihm ein halbes Jahr lang verschiedene "Traumfrauen" vorstellen. Da er seine "Ines" nicht fand, stellte der Mann enttäuscht die Zahlungen ein. Die Agentur zog vor Gericht und forderte die restlichen 2.300 Mark. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) machte ihr klar: Finanzielle Ansprüche aus Verträgen zur Partnervermittlung sind nicht einklagbar (III ZR 124/03).

Daran ändere auch der neutrale Name "Vermittlung von Freizeitkontakten" nichts, so der BGH. Denn hier gehe es um weit mehr als um "Freizeitkontakte". Die Agentur vermittle Lebenspartner, ihre Tätigkeit sei die gleiche wie die der früheren "Heiratsvermittler". Daran sei nichts Unsittliches. Doch gelte immer noch die althergebrachte Regel, dass der Vermittler das vereinbarte Honorar nicht einklagen könne. Personen, die sich an einen solchen "Dienstleister" wenden, sollten so vor den Folgen unüberlegter Verträge geschützt werden und davor, öffentlich vor Gericht über Dinge aus ihrer Intimsphäre verhandeln zu müssen.