Versicherung fragt nach Vorerkrankungen

Im Antragsformular ist auch ein Aufenthalt im Schlaflabor anzugeben

onlineurteile.de - Ein Ingenieur erkrankte und forderte Leistungen von seiner Berufsunfähigkeitsversicherung. Bevor es Bares herausrückte, stellte das Unternehmen Nachforschungen an und wurde prompt fündig. Im Antragsformular hatte der Mann nämlich die Frage 3 - "Haben in den letzten fünf Jahren ärztliche oder andere Behandlungen, Krankenhausaufenthalte ... stattgefunden?" - verneint. Doch der Ingenieur war wegen Schnarchens und ständiger Müdigkeit zwei Tage zur Untersuchung in einer Klinik gewesen. Später hatte er deshalb ein Schlaflabor aufgesucht.

Dies zu verschweigen sei arglistige Täuschung, fand die Versicherung. So sah es auch das Kammergericht in Berlin (6 U 233/04). Die Frage sei so allgemein gefasst, dass jedem klar sein müsse: damit sei auch eine Untersuchung im Schlaflabor gemeint. Chronische Müdigkeit sei ein erhebliches Leiden, genauso wie eine chronische Atemwegserkrankung. Natürlich hätte sich die Versicherung den Abschluss des Vertrags gründlich überlegt, wenn sie gewusst hätte, dass der Mann bei jedem zweiten Autobahn-Parkplatz anhalten musste, um ein kleines Schläfchen einzulegen.

Offenbar sei dies dem Antragsteller bewusst gewesen, deshalb habe er Krankenhausaufenthalt und Schlaflabor verschwiegen. Weiteres Indiz für eine absichtliche Täuschung sei der Umstand, dass er statt dessen über eine lange zurückliegende Krankheit berichtete, nach der gar nicht gefragt worden war. Die Versicherung könne daher den Vertrag mit dem Ingenieur anfechten und müsse ihm keine Berufsunfähigkeitsrente zahlen.