"Versicherungsschutz wie bisher"

Wechsel der Kfz-Versicherung - neue Police hatte geringeren Risikoumfang

onlineurteile.de - Eine Transportunternehmerin plante, eine neue Sattelzugmaschine anzuschaffen. Die beiden vorhandenen waren bei der X-Versicherung versichert, inklusive einer Kasko-Extra-Versicherung für plötzlich eintretende Brems- und Bruchschäden. Versicherungsagent H., der für die Konkurrenz arbeitete, fragte nach, ob man ins Geschäft kommen könnte. Sie wechsle den Kfz-Versicherer nur, wenn Versicherer Y denselben Versicherungsschutz wie X biete, antwortete die Geschäftsfrau. H. gab freimütig zu, von "gewerblichen Fahrzeugen nicht "allzu viel Ahnung" zu haben. Er werde ihre Versicherungsdaten an die Zentrale weiterleiten.

Schließlich kam ein Vertrag mit Y zustande, der jedoch die Extra-Versicherung nicht enthielt. Das bemerkte die Transportunternehmerin jedoch erst, als es ernst wurde: Bei der neuen Sattelzugmaschine hatte sich in voller Fahrt ein Rad gelöst, der Fahrer hatte voll bremsen müssen. Dadurch verrutschte die Ladung und beschädigte den Auflieger. Diesen Schaden wollte Versicherer Y nicht regulieren: Bruchschäden infolge von Bremsmanövern seien nicht versichert.

In der Tat sei der Deckungsumfang der neuen Versicherungspolice kleiner als der Versicherungsschutz, den die Unternehmerin bei Versicherer X abgeschlossen hatte, so das Oberlandesgericht Koblenz (10 U 1615/05). Das gehe auf die Kappe des Versicherungsagenten, für dessen Versäumnis die Versicherung Y einstehen müsse. H. hätte klären müssen, welchen Versicherungsumfang die alte Police hatte; denn die Unternehmerin habe ausdrücklich gleichen Versicherungsschutz wie vorher verlangt. Ob der von ihm vermittelte Versicherungsschutz gleichwertig war, habe H. aber nicht geprüft. Dafür schulde Versicherer Y der Geschäftsfrau Schadenersatz: Y müsse die Transportunternehmerin so stellen, als hätte H. seine Pflichten nicht verletzt, sprich: den Schaden übernehmen.