Video von Möllemanns Todessprung ...

... in Fernsehen und Internet ohne Erlaubnis des Filmers gezeigt

onlineurteile.de - Am 29. Juni 2007 sprang der FDP-Politiker Jürgen Möllemann mit einem Fallschirm in den Tod. Ein Mitglied der Flugzeug-Crew nahm vom Flugzeug aus den Sprung mit der Videokamera auf. Wie auch immer der Film - angeblich ohne Wissen des Filmers - in den Besitz eines Nachrichtensenders gelangt sein mag: Der Fernsehsender und ein Internetportal strahlten jedenfalls noch am gleichen Tag den Videofilm mehrfach aus.

Der Amateurfilmer verlangt nun Auskunft über die Werbeerlöse, weil der Videofilm ohne seine Erlaubnis öffentlich gezeigt worden sei: Das habe sein Urheberrecht an dem Film verletzt, deshalb stehe ihm Schadenersatz zu. Dafür sahen die Medienvertreter keinen Grund: Die an diesem Tag erzielten Werbeeinnahmen hingen überhaupt nicht mit der Publikation des Möllemann-Videos zusammen, denn die Werbeblöcke im Umfeld der Nachrichten würden schon Monate im Voraus gebucht.

Dennoch sei der Fernsehsender und das Internetportal dazu verpflichtet, darüber Auskunft zu geben, entschied der Bundesgerichtshof (I ZR 122/08). Durch die nicht genehmigte Ausstrahlung hätten sie das Urheberrecht des Filmers an seinem Film schuldhaft verletzt. Wenn Medien auf diese Weise von einem Verstoß profitierten, müssten sie den Gewinn durch die Veröffentlichung herausgeben.

Die werbenden Unternehmen erwarteten vom Fernsehsender, die Werbung in einem Nachrichtenumfeld zu platzieren. Dazu zählte am fraglichen Tag auch der ausgestrahlte Videofilm über den Todessprung. Dass der Nachrichtensender statt dieses Films auch andere Nachrichten hätte senden können, hebe den Zusammenhang zwischen der Urheberrechtsverletzung und den erzielten Werbeeinnahmen keineswegs auf.