Vierjähriger zerkratzt mit Kinderrad Mercedes

Mutter muss wegen Verletzung der Aufsichtspflicht für den Schaden aufkommen

onlineurteile.de - Eine Münchnerin ging mit ihrem kleinen Sohn auf der Schleißheimer Straße spazieren. Der vierjährige Junge fuhr mit seinem Kinderrad auf dem Gehweg, an den geparkten Autos entlang. Allmählich driftete er immer weiter nach links. Dann rutschte er plötzlich vom Gehweg ab und rammte die vordere rechte Seite eines Mercedes. Dabei beschädigte er den Lack des Kotflügels, das Einstiegsblech, Zierstab und Zierleisten. 8227 Euro musste der Besitzer des Wagens für die Reparatur ausgeben. Diese Summe forderte er anschließend von der Mutter des kleinen Radfahrers: Wenn sie auf das Kind richtig aufgepasst hätte, wäre der Schaden gar nicht erst entstanden, hielt er ihr vor.

So argumentierte auch ein Verkehrssachverständiger, der im Auftrag des Amtsgerichts München den Vorfall analysiert hatte. Daraufhin verurteilte das Gericht die Mutter zur Zahlung von Schadenersatz (332 C 27974/05). Zwischen dem Zeitpunkt, an dem das Kind in Richtung der Autos abgebogen sei, und dem Zusammenstoß mit dem Mercedes sei ein wenig Zeit vergangen. Genug, um den Jungen festzuhalten und den Unfall zu verhindern, hatte der Gutachter erklärt.

Damit stehe fest, so die Amtsrichterin, dass die Mutter ihre Aufsichtspflicht verletzt habe. Sie sei entweder nicht nahe genug bei ihrem Sohn gegangen, unaufmerksam gewesen oder sie habe die Situation falsch eingeschätzt. Auch wenn ein Kleinkind im Umgang mit dem Fahrrad schon etwas Erfahrung habe, müsse die Aufsichtsperson das fahrende Kind genau beobachten. Sie müsse sich in dessen unmittelbarer Nähe aufhalten, um notfalls sofort eingreifen zu können.