Visa für Vietnam: Fehlanzeige!

Urlauber verlässt sich aufs Reisebüro und ignoriert Hinweis im Katalog des Reiseveranstalters

onlineurteile.de - Als der Kunde die Südostasienreise buchte, hatte ihm die freundliche Dame im Reisebüro versprochen, der Reiseveranstalter werde für ihn und seine Frau die Visa für Vietnam und Kambodscha besorgen. Dabei stand im Katalog des Reiseveranstalters ausdrücklich der Hinweis, Einzelvisa müssten sich die Reisenden selbst beschaffen. Die dafür nötigen Referenznummern werde man den Kunden mit den Visaanträgen zuschicken.

Als das Ehepaar in Bangkok eintraf, fand es bei der örtlichen Reiseleitung keine Visa vor und musste wieder umkehren. Die verärgerten Kunden verklagten den Reiseveranstalter auf über 10.000 Euro Schadenersatz, erreichten beim Oberlandesgericht Düsseldorf jedoch nur einen Teilerfolg (12 U 30/04). Mündliche Zusagen des Reisebüros seien unverbindlich, erklärten die Richter. Darauf dürften sich die Kunden nicht verlassen, erst recht nicht, wenn sie dem Inhalt des Prospekts und der Reisebestätigung widersprächen.

Sowohl im Katalog des Reiseveranstalters als auch in der Buchungsbestätigung stehe unmissverständlich, dass Visa für die Einreise nach Vietnam und Kambodscha vor Reiseantritt durch die Reisenden einzuholen seien. Das Fehlen der Visa begründe daher keinen Anspruch auf Schadenersatz. Dass die Kunden keine Referenznummer für die Visaanträge erhielten, sei allerdings ein Versäumnis. Der Reiseveranstalter habe dem Kunden die Visaanträge geschickt und die Referenznummern dem Reisebüro übergeben. Das Reisebüro habe sie pflichtwidrig nicht an den Kunden weitergeleitet. Dieses Verschulden müsse sich der Reiseveranstalter zurechnen lassen und deshalb den Kunden mit 2.674 Euro für die unnütze Anreise entschädigen.