Vor der Wohnungsübergabe krank gemeldet

Mieter muss für geplatzten Termin mit der Verwalterin keinen Schadenersatz leisten

onlineurteile.de - Ein Umzug stand an. Mit der Wohnungsverwalterin hatte der Mieter vereinbart, die Wohnung am 13. Juli 2001 zu übergeben. Dann wurde er jedoch krank und damit war klar, dass er die Wohnung nicht rechtzeitig räumen und renovieren konnte. Also schickte er der Hausverwaltung am 5. Juli ein Fax und teilte mit, die Wohnungsübergabe könne aus gesundheitlichen Gründen erst am 30. Juli stattfinden. Die Verwalterin schrieb zurück, sie bestehe auf dem ursprünglichen Termin, weil sie dafür schon einen Sachverständigen vom Haus- und Grundbesitzerverein bestellt habe. Als der Mieter am 13. Juli nicht erschien, stellte sie ihm das Honorar für den Experten (116 Mark) und ihren Verdienstausfall (angeblich 188,40 Mark) in Rechnung.

Der Mieter muss diese Kosten nicht tragen, entschied das Amtsgericht Köln, denn er habe den Termin rechtzeitig abgesagt (206 C 214/01). Es wäre genügend Zeit geblieben, den Experten zu verständigen. Die Verwalterin habe zudem in ihrem letzten Schreiben den Mieter ausdrücklich aufgefordert, den Termin zu bestätigen. Da dies nicht geschah, hätte sie davon ausgehen müssen, dass er am 13. Juli nicht erscheinen würde. Im Übrigen sei auch der Verdienstausfall nicht nachvollziehbar, den sie dem Mieter ankreide: Warum sie für einen Übergabetermin einen Urlaubstag genommen habe, bleibe ihr Geheimnis.